Liebe Freunde!
Dies ist mein erster Bericht
über die neue Kommune, die am 2. September eingezogen ist. Ich hoffe sehr,
es wird nicht der letzte sein, aber das könnte sein. Denn alle Ressourcen,
die wir in den letzten Monaten angezapft haben, sind bis zum letzten Tropfen
ausgesaugt. Wir haben Schulden, die wir nicht wissen, wie wir sie bezahlen
werden, und wenn nicht in kürzester Zeit Bargeld erhalten, von irgendwo,
werden wir den Laden schließen müssen.
Zwar wussten wir, dass so die
Lage ist. Trotzdem haben wir in vollem Eifer das neue Jahr begonnen, und ich
möchte wenigstens von diesen Anfängen berichten, mit dem guten Glauben,
dass ich dann demnächst auch berichten werden kann, wie diese Arbeit
Früchte getragen hat.
Nach der Aufführung der
„Erinnerungen an die Rückkehr nach Haifa“ haben sich die Wellen wieder ein
bisschen geglättet, die dieses heikle Thema erzeugt haben. Zwar sind wir
uns immer noch nicht einig, ob beim jüdisch-arabischen Treffen politische
Themen anzusprechen sind oder nicht, aber wir arbeiten auch dieses Jahr wieder
mit dem Gemeindezentrum in Neve Jossef
zusammen, nur halt nicht nur mit ihm, genau wie letztes Jahr. Die
Beziehungen mit der Stadt und mit den verschiedenen sozialen Institutionen
haben sich vertieft. Die Stadt hat uns zum erstenmal eine kleine finanzielle
Hilfe zugesagt. (leider nicht genügend...) Wir werden uns dieses Jahr mehr
mit Jugendlichen als mit Kindern beschäftigen, auch wieder im
geographischen Umfeld von Ost-Haifa, und natürlich mit Jugendlichen am
Rande der Gesellschaft. Dazu haben wir schon begonnen, Flugblätter und
genaue Jahrespläne für jede der Gruppen zu entwerfen. Nächste
Woche beginnen wir mit der Bildung der Gruppen, und nach dem Fest zum Ende des
Ramadans geht’s dann los!
Akka
Wie letztes Jahr haben wir
auch dieses Jahr an zwei Nachmittagen und Abenden insgesamt acht Mal ein kurzes
Stück auf der Strasse aufgeführt, anlässlich des
Theaterfestivals in der Nachbarstadt Akka/Akko. Das ganze Stück lässt sich hier :
www.youtube.com/watch?v=cBXK-HYNMX4 mit ein paar Untertiteln anschauen. Die
Reaktionen waren natürlich sehr verschieden. Sowohl zum Inhalt wie auch
zur Form gab es positive und negative Stimmen, und das ist ja das Schöne
an unserm Projekt: es ist nicht nur Kunst, die sich nur mit der Kunst
beschäftigt, aber wir halten auch nicht politische Vorträge, die nur
den Intellekt ansprechen. Zum Teil sind Leute aus Protest einfach weggegangen,
zum Teil gab es heftige Diskussionen nachher, vor allem was den Schluss
anbelangt.


Eine deutsche Gruppe besuchte
uns und sah das Stück auch:
http://www.bundes-esg.de/downloads/ansaetze/ansaetze_2007-4_5.pdf
Kinderstück
Außerdem haben wir
begonnen, die erste große Produktion zu konzipieren. Es wird wie in den
letzten zwei Jahren ein Kinderstück, und zwar eine Bearbeitung des
Kinderbuches „Wohnung zu vermieten“ der berühmten israelischen
Schriftstellerin und Dichterin Lea Goldberg.
Der neue Workshop
Mit aller Kraft bereiten wir
den neuen Workshop vor. Es werden diesmal zum erstenmal zwei oder arabische
junge Frauen dabei sein, was der Gruppe ein neues Gesicht geben wird.
Während dieses Monats
haben wir auch die Leute vom „People’s Theater“ aus Offenbach getroffen, was für
beide Seiten sehr interessant war. Wir haben miteinander gesprochen,
Erfahrungen ausgetauscht und auch gespielt. Die „People’s
Theater“ machen Forumtheater, und auch wir haben schon eine Szene geplant, die
wir jetzt nur noch an die Leute bringen müssen.
Studium
Das Thema Studium ist dieses
Jahr zentraler: Natürlich lernen alle, die nicht arabisch können,
arabisch, außerdem wird alle zwei Wochen ein Vortrag gehalten, entweder
über Theater, oder über den israelisch-palästinensischen Konflikt,
mit Diskussion danach, natürlich.
Kurz vor dem Akko-Festival hatte die Kommune noch die Gelegenheit, an
einem zweitägigen Workshop mit zumachen, mit Dirk aus Berlin, der die
jungen SchauspielerInnen noch ein wenig weiter
ausgebildet hat.
Zu alledem noch dazu filmt
David Vogel dieses Jahr einen Dokumentarfilm über die Kommune, der dann
Anfang 2009 fertig sein wird. Seine Gegenwart und die seines Kameramanns, der
gerade zur Zeit unsrer Aufführungen in Akko
Vater geworden ist (Mazel Tov!),
sind nicht immer so einfach, aber wenn dadurch die Welt oder mindestens Europa,
oder doch mindestens ein paar arte-Zuschauer eine Ahnung erhalten über
dieses faszinierende Projekt, dann ist es das wert.“
Aber all das und vieles mehr
wird nicht geschehen, wenn wir nicht sehr bald genug Geld zusammen haben, um
die gute Arbeit weiterzuführen, die wir hier in Haifa seit mehr als zwei
Jahren machen.
Mehr über die letzten
zwei Jahre: http://www.mideastweb.org/nemashim/seit-2005.htm
Postcheck-Konto in der Schweiz für Spenden :
Vermerk „THEATER FUER FRIEDEN”
Spenden in sfr: Konto Nr. : 80-56320-4
Spenden in Euro: Konto Nr.: 91-422430-8
Das Buch über
NEMASHIM:
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