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Es hagelt in Bulgarien

Nemashim-Novemberbericht

 

 

Wie ich im August schon berichtet habe, habe ich das NEMASHIM-Projekt nach nunmehr 9 Jahren von neuem begonnen, diesmal mit dem Gemeindezentrum Halissa/Newe Jossef als Trägerverein.

Wie schon vor 9 neun Jahren sagen mir Leute: Jetzt? Jetzt willst du so ein Projekt starten/weitermachen? Tatsächlich hatte Arik Sharon vor neun Jahren, genau als ich begann, die Westbank-Städte neu erobert, Arafat in seiner Mukatta in Ramallah eingeschlossen (wie schon zwanzig Jahre zuvor in Beirut), und die Panzer machten alles dem Erdboden gleich.

Heute – es fällt mir wirklich schwer, eindeutig festzustellen, ob die Lage heute schlimmer ist oder nicht. Aber bestimmt gibt es auch heute junge Menschen hier, 17-, 18- oder 19-jährig, die sich fragen: warum eigentlich?

Wie gehabt, besteht das Projekt aus einem Workshop und einer Wohngemeinschaft, aber momentan existiert nur die erste Stufe: der Workshop. Wir haben den Workshop mit der arabischen Hälfte begonnen, um den arabischen Jugendlichen einen kleinen Vorsprung zu geben. Den Grund dafür kann jeder in meinem Buch lesen, das ich zu NEMASHIM geschrieben habe. In einem Satz: Wir leben in einem asymmetrischen Konflikt, und um Gleichberechtigung und Gerechtigkeit zu schaffen, müssen wir mit ungleichen Maßnahmen vorgehen.

Sieben junge Männer kamen zwei Tage vor dem muslimischen Opferfest ('Id al-Adha) nach Nes-Amim, drei aus Nazareth und vier aus Haifa. Drei Muslime, drei Christen und einer aus einer gemischten Familie. Sieben junge Männer aus sehr verschiedenen wirtschaftlichen Verhältnissen, dabei auch sehr verschieden im Maß ihrer Theatererfahrung. Es gibt solche, die schon mehrere Male auf der Bühne waren, im Rahmen der "Peace Child"-Organisation, und andere, die nie ein Theater besucht haben und das Medium nur von der Schule kennen, wenn ihnen ein Einmannstück in die Turnhalle gebracht wird. Auch dies also ein sehr spannender und angespannter "interkultureller" Dialog, auch ohne Hebräer und ohne Frauen.

Das ganze Wochenende lernten die Jungen die fünf Grundsätze, auf die sich der Schauspieler stützt: Wo? Wann? Was? Wer? Wozu?

Wir begannen mit ein paar Aufwärmübungen, auch zum Kennenlernen, die so lustig waren, dass wir uns die Bäuche halten mussten vor Lachen. In der Nacht wurden die Jungen von den deutschen Volontären von Nes-Amim zum Lagerfeuer eingeladen.

Am Samstag ging es weiter: Wo? Wann? Was? Wer? Wozu? Jeder ahmte eine Person nach, die er kennt, die aber niemand anders im Raum kennt. Aus diesen Figuren bastelten sie selber zum Schluss ein kleines Stück zusammen, das wir "Es hagelt in Bulgarien" nannten. Eine der Personen nämlich, die Figur, die sozusagen die Achse der Geschichte darstellt, ist ein Anwalt, ursprünglich aus Nazareth, der in Sofia arbeitet und lebt, und dort beginnt das Drama. Als wir das Spiel begannen, begann es plötzlich zu hageln!! Sein Freund, der ihn besuchte, um sich bei zu beraten, erschrak, sprang auf und sagte: "So ist das bei euch in Bulgarien?"

Hier ein kleines Video, das ich von diesem Stück zusammengebastelt habe:

http://www.youtube.com/watch?v=DF5kpSr6mEk

(Ich möchte daran erinnern, dass es in Youtube seit einigen Monaten die Untertitel-Funktion gibt, und die meisten Filmchen auf unserm Kanal sind inzwischen deutsch, englisch und französisch untertitelt. Man muss nur das "cc"-Zeichen suchen.)

Das Hauptziel unsres Projektes ist, dass junge Israelis, Araber und Hebräer, ihr Glück nicht in Bulgarien suchen müssen oder wollen.

Die Jungen waren bereit, dass ich sie filme, weil ich ihnen erklärt habe, dass das Projekt von den Frauen für den Frieden unterstützt wird und ich dieser Organisation zeigen will, was wir tatsächlich machen. Diese Unterstützung, übrigens, reicht bei weitem nicht, um unser Projekt weiterführen zu können. Wir brauchen dringend mehr Geld, sonst werden wir es wieder schließen müssen. Jede Art von Hilfe ist sehr sehr willkommen!! Auf unsrer deutschen website können Sie die genauen Angaben sehen, wohin Geld geschickt werden kann.

An dieser Stelle möchte ich auch nochmals auf das Buch hinweisen, das ich zusammen mit Amina Nolte über Nemashim geschrieben habe:

http://aphorisma.de/catalog/nemashim-p-6193.html

Es war kein einfaches Wochenende, denn der Unterschied zwischen den christlichen Jungen aus den unteren Gesellschaftsschichten von Haifa und den muslimischen Jungen aus den oberen Gesellschaftsschichten in Nazareth führte zu nicht einfachen Spannungen. Ich erkannte die ähnliche Dynamik wieder, die ich im Buch beschreibe, nämlich zwischen den privilegierten und qualifizierten Hebräer und den unterdrückten Arabern, hier innerhalb der arabischen Gesellschaft. Einige waren enttäuscht, dass keine Hebräer da waren, einige waren enttäuscht, dass keine Frauen da waren. Aber alle waren sich einig, dass es ein sehr interessantes Wochenende war, und Wasseem sagte, diese Art Lernen trage sehr zur Entwicklung der Kreativität bei.

Allen Muslimen wünschen wir ein fröhliches Fest!

 

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Our Friends: Peace Child Israel - Arab Jewish Coexistence through Drama for Youth

 

http://www1.addfreestats.com/cgi-bin/connect.cgi?usr=00135480P0023