|
|
Nemashim arabisch-hebräische
Theatergemeinschaft
|
Es war ein schöner Winterfreitag. Die NEMASHIM-Kommune besuchte den Markt in Hadar (Chaifa). Sogleich nahm jedeR seine/ihre Stellung ein: Afek - nördlicher Spähpunkt, Ortal vertiefte sich in Auberginen mit verkehrter Krümmung, Hila verschwand hinter den Eierbergen, lauerte mit der versteckten Kamera. Javier und Michael erblassten, erröteten, wechselten scheue Blicke. Und dann wurde die Zigarre entzündet – das Spiel beginnt!
„Meine Damen
und Herren, meine Damen und Herren!“ so startete der
Marktschreier, oder Conferencier, oder Direktor des Wanderzirkus, oder
Kunstzuhälter – Michael), „sammelt euch um mich!“ Sogleich würden die
Zuschauer ein internationales Spektakel erleben, der Akrobat (Javier) macht
Aufwärmübungen. Nur wenig Zuschauer kommen zusammen. Der Markt ist lebendig,
die beiden müssen alles einsetzen, um
ein bisschen Aufmerksamkeit
zu haschen. Nach ein oder zwei akrobatischen Übungen, während denen
wir unter anderem erfahren, dass slawische junge Frauen ihre Mütter verkauften,
um ihn zu sehen (den Akrobat), erschient ein junger netter orthodoxer Jude und
gibt einen Schekel. Die Münze kullert ein bisschen herum, bis sich
plötzlich ein Tomatenverkäufer auf sie ztürzt, im Glauben, sie
stehe ihm eher zu als dem Schreier und seinem Akrobaten, aber dann steht
plötzlich derselbe junge Orthodoxe vor ihm, der darauf besteht, seinen
Schekel demjenigen zu geben, den er auserwählt hat dafür. Nach einer
kurzen Querele findet die Münze den Weg in den Hut.
Die ganze Schekel-Episode
ereignete sich parallel zu ein paar akrokatischen Kunststücken, unter
anderem ein Kopfstand, der offenbar sehr
aussergewöhnlich sein musste, denn er wurde vom Conferencier als absolutes
Weltwunder beschrieben.
Zu diesem
Zeitpunkt, als der Kunstzuhälter den Schmuggel seines Akrobaten von
Russland nach Israel beschrieb, im Bauch eines Frachtschiffes, zusammen mit
kastrierten Schimpansen, beschloss Ortal, sich von den Auberginen loszureissen,
und den einsamen Akt des grosszügigen Orthodoxen
zur Sitte zu machen. Bald schon ging die Aufführung ihrem Höhepunkt
entgegen. Der Akrobat werde, so der Zirkusdirektor, den kleinen Platz
überschweben! Der Akrobat konzentrierte sich...
Seine ersten
Schritte waren sehr vielversprechend, der Schreier verkündete: „In wenigen
Sekunden wird der pratoslawische Akrobat bis zu Euch
(das Publikum) schweben!“ Doch dann, urplötzlich, verkrümmte sich der
Kraftprotz in Schmerzen. Der geschmierte Conferencier versprach, sein
Instrument werde es ohne Arm schaffen, doch noch bevor er den Satz beendete,
verbesserte er sich: „ohne beide
Arme!“ Nach nur ein paar Sekunden und weiteren Verkrümmungen
seitens seines „Kollegen“, gab der Marktschreier zum Besten, jener werde es
auch mit nur einem Bein, nein, ohne Beine überhaupt! schaffen!!!
Der Arme wurmte auf dem Boden herum, und der begeisterte Zirkusdirektor
verkündete: „ein international berühmter, multikontinentaler Akrobat
stirbt hier im Markt in Hadar in Haifa, zu eurem Vergnügen!“ Lange zuckte
der Körper auf dem Boden, und die Begeisterung des Kunstzuhälters
üebrstieg alles Vorhergehende, er lief rot an, ekstatisch rief er immer
wieder: „Er stirbt! Er stirbt! Er stirbt!!!“ und dann, nach einer kurzen Kunstpause: „Er is TOT!!!“
Der Mann mit der Zigarre
beruhigte sich sogleich, bedeckte den toten Akrobaten mit seinem Mantel,
verbeugte sich mehrmals, dankbar, und verschwand.
Der Akrobat
blieb tot liegen. Die drei versteckten
NEMASCHIM-Frauen beschützten die Leiche.
(kleine Anmerkung: Michael, der das beschrieben hat, ist
natürlich auch selber der Kunstzuhälter-Marktschreier-Conferencier im
Stück, und das Stück ist seine Idee.)
Ein kurzes Video von einer
Aufführung im arabischen al-Midan-Theater in Chaifa
Hosted by MidEastWeb Middle East News Views History Dialog Resources
Our Friends: Peace Child
Israel - Arab Jewish Coexistence through Drama for Youth